Grundlegendes zur Schimmelprävention mit Anstrichen

Zu hohe Feuchten auf der Wandfläche werden grundsätzlich auf Dauer jeden Anstrich, egal welcher Art, in Mitleidenschaft ziehen und früher oder später zu erneutem Schimmelbefall führen. Unsere Anti Schimmel Farbe trägt zwar durch die hohe Dampfdiffusionsfähigkeit und ihre außerordentlich große spezifische Oberfläche dazu bei, die Feuchtigkeit an der Wand schnell wieder abzugeben und damit das Schimmelrisiko generell deutlich zu vermindern. An permanent betauten (d.h. mit Kondenswasser beaufschlagten) Flächen, wie z.B. selbst bei optimaler Raumbeheizung viel zu kalten Wärmebrücken in Altbauten, ist eine dauerhaft beständige Schimmelprävention mit Anstrichen im Regelfall aber nicht möglich.

In erster Linie bilden sich auf dauerhaft nassen Wandflächen bakterielle Biofilme, auf denen in der Folge Schimmelpilzkolonien auswachsen. Bakterien sind weder mit den meisten der heute gebräuchlichen Fungizide noch durch hohe pH-Werte zu stoppen.

Mit Fungiziden ausgestattete „Billig“-Anstriche verlieren besonders schnell ihre Wirksamkeit, da ihre chemischen „Wirkungsgrundlagen“ wasserlöslich sind und relativ leicht aus den Anti Schimmel Farben ausgewaschen werden. Sie finden sich dann übrigens in der Umwelt wieder und schädigen dort empfindliche Ökosysteme.

Es ist klar, dass eine Wandoberfläche umso leichter schimmelt, je mehr organische Stoffe sich auf ihr finden. Der optimale Nährstoff für Schimmelpilze an der Wand ist Zellulose (z.B. Papier, Pappe, Rauhfasertapete). Aber auch Anstriche auf Kunststoff- oder auf Ölbasis oder Produkte mit viel Konservierungsstoffen und Emulgatoren (Stabilisatoren) bieten Schimmelpilzen eine gute Nährstoffgrundlage zur Vermehrung.

Es gelten folgende Faustregeln, wie feuchtigkeitsbelastete Bauteile (z.B. Wärmebrücken wie Außenecken) optimalerweise gegen Schimmel auszurüsten sind:

Feuchtigkeitslast        Oberflächenfeuchte (relativ) Ausstattung der Wand gegen Pilzbefall
gering generell maximal 80% Raufasertapete mit Anti-Schimmel-Farbe
mittel generell nicht weit über 90% rein mineralische Anti-Schimmel-Farbe
hoch regelmäßig größer 90-100% Wärmedämmung + ggf. Anti Schimmel Farbe

 

Aus der obigen Aufstellung ergibt sich, dass ohne Kenntnis der Feuchtigkeitslast auf der zu behandelnden Bauteilfläche keine dauerhaft sichere Schimmelvermeidung gewährleistet werden kann. Sie können zum Schutz Ihrer Wände gegen Schimmel natürlich immer das sicherere Verfahren wählen. Gerade in den Grenzbereichen von der Wärmebrücke zu einem nicht für Kondensfeuchte anfälligen Bauteil werden Sie aber Probleme bekommen, optisch ansprechende Übergänge hinzubekommen, z.B. von einem mineralischen Schutzanstrich auf Putz hin zu den verbliebenen Flächen mit Tapete.

Wir empfehlen aus Gründen der Kosten- und Aufwandsoptimierung grundsätzlich, bei größeren Behandlungsflächen eine Feuchtigkeitsanalyse durchzuführen und die Art der Feuchtigkeitsquelle und die Höhe der zu erwartenden Feuchtigkeit an der Wandfläche im Wohnalltag zu ermitteln oder ermitteln zu lassen.

Zur Einschätzung der Höhe der Wandfeuchtigkeit brauchen Sie übrigens nicht unbedingt einen Gutachter. Mit einem guten Wandfeuchtigkeitsanzeiger kann man die Wandfeuchtigkeit im Wohnalltag selbst recht gut einschätzen https://www.advisan.net/lueftungshilfe-schimmelwaechter-wandfeuchtemessgeraet/

Folgende Informationen sollten Sie beschaffen oder von einem Gutachter beschaffen lassen:

1. Frage: Baufeuchte oder Kondensfeuchte?

Stammt die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk, z.B. weil eine wirksame Gebäudeabdichtung gegen außen fehlt oder diese mit der Zeit durchlässig für Wasser geworden ist, sollte die Feuchtigkeitsbelastung im Vorfeld einer Wandsanierung bestimmt werden. Erst eine messtechnische Prüfung ergibt, ob durch Auftragen der richtigen Wandbeschichtung ein Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeitsaufnahme (von außen) und Feuchtigkeitsangabe (über eine Beschichtung an die Raumluft) überhaupt erzielt werden kann oder nicht. Wenn dies nicht der Fall ist, wird die neue Beschichtung mit absoluter Sicherheit mit der Zeit Schaden nehmen! Bei größeren Sanierungsflächen kann eine Kontaktaufnahme mit einem sachkundigen Baugutachter angeraten werden. Eine qualifizierte gutachterliche Beratung bietet die ADVISAN Dr. Missel GmbH https://www.advisan.net/

Folgende Schadensbilder zeigen Feuchtigkeit aus der Konstruktion heraus an:

  • Putz verliert die Anhangskraft an der Wand und wölbt sich
  • Putz klingt beim Abklopfen hohl und / oder weicht auf
  • unregelmäßig fleckförmige Verfärbungen haben sich gebildet
  • Ausblühungen von Salzen und / oder Kalk treten auf
  • Tapeten weisen unterseitig besonders intensiven Pilzbefall auf
  • besonders dichter Befall findet sich hinter Wandinstallationen wie z.B. Fußleisten
  • Befestigungsnägel und -schrauben in der Wand sind korrodiert

2. Frage: In welchem Zustand ist die Wandinnenfläche?

Im Vorfeld einer Schimmelpilzbeseitigung mit Anstrichen muss unbedingt geprüft werden, ob der Putz noch tragfähig ist und überarbeitet werden kann oder ob dieser zu stark von Pilzen befallen oder mit der Zeit durch Feuchtigkeit korrodiert und dadurch so marode geworden ist, dass er ausgetauscht werden muss. Eine solche Prüfung können Sie selbst mit Werkzeugen vornehmen. Bei Unsicherheit informieren Sie sich kostenlos auf https://www.schimmelberatung-niedersachsen.de/schimmel-check-online/ oder lassen Sie sich nach Übersendung Ihres Fotomaterials gegen Gebühr eingehend von uns beraten unter https://www.mss-gmbh.net/schimmel-ursachen-check-online/

3. Frage: Wie hoch ist die Feuchtigkeitslast auf meiner Wand?

Ein Gutachter stellt für Sie die „Güte“ der Wärmedämmung fest und berät Sie über das geeignete Verfahren zur dauerhaft sicheren Schimmelvermeidung https://www.advisan.net/. Zur Einschätzung der Höhe der Wandfeuchtigkeit brauchen Sie aber nicht unbedingt die Hilfe eines Gutachters vor Ort. Mit einem Wandfeuchtigkeitsanzeiger kann man die Wandfeuchtigkeit im Wohnalltag selbst recht gut einschätzen https://www.advisan.net/lueftungshilfe-schimmelwaechter-wandfeuchtemessgeraet/

Wir beraten Sie natürlich auch gerne persönlich. Sie schicken uns Ihre aussagekräftigen Fotos der baulichen und einrichtungstechnischen Gegebenheiten (Übersichtsbilder) sowie einige Detailaufnahmen von verschimmelten Wanduntergründen. Angaben zu baulichen Details wie z.B. Außenmauerwerksaufbau und –stärke sind hilfreich. Nach Sichtung Ihrer Dokumentation rufen wir Sie an, legen Ihnen die Ursachen der Feuchteschäden und Schimmelbildungen dar und beraten Sie eingehend über geeignete und angemessene Verfahren zur Schimmelpilzbeseitigung https://www.mss-gmbh.net/schimmel-ursachen-check-online/